Veröffentlicht am
14. Mai 2010.
Der Bundesgerichtshof hat heute in Sachen Störerhaftung bei WLAN-Netzen entschieden. HIer sind erste Reaktionen und Analysen. Was die Entscheidung für Freifunk & Co bedeutet, wird wohl erst bei Veröffentlichung des Urteils sichtbar,
Pressemitteilung der Bundesgerichtshof: Haftung für unzureichend gesicherten WLAN-Anschluss.
Privatpersonen können auf Unterlassung, nicht dagegen auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden, wenn ihr nicht ausreichend gesicherter WLAN-Anschluss von unberechtigten Dritten für Urheberrechtsverletzungen im Internet genutzt wird. Das hat der u. a. für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschieden.
Thomas Stadler: BGH: Betreiber eines W-LANs haftet mit Einschränkungen.
Der BGH hat mit Urteil vom 12.05.2010 (Az.: I ZR 121/08) eine Haftung des Inhabers eines Internetanschlusses, über dessen W-LAN Dritte Urheberrechtsverletzungen (Filesharing) begehen, grundsätzlich bejaht. Dabei schränkt der BGH die Verantwortlichkeit des Anschlussinhabers allerdings deutlich ein. Denn der BGH sieht nur einen Unterlassungs- aber keinen Schadensersatzanspruch als gegeben an. Vor allen Dingen möchte der BGH in diesen Fällen – anders als die Mehrheit der instanzgerichtlichen Rechtsprechung – die Regelung des § 97 a Abs. 2 UrhG anwenden, wodurch die Abmahnkosten auf einen Betrag von EUR 100,- begrenzt werden.
Jens Ferner: Anmerkung: BGH zur Störerhaftung bei WLAN-Betrieb.
Heise: BGH schränkt Folgen der Störerhaftung für WLAN-Betreiber ein.
Besonders bitter dürfte den Urheberrechtsmassenabmahnern ein Hinweis des BGH bezüglich der Höhe der Abmahngebühren aufstoßen. Der für Urheberrechtssachen zuständige 1. Senat des höchsten Gerichts merkte an, dass es seit 2008 den Absatz 2 des Paragrafen 97a Urheberechtsgesetz (UrhG) gibt. Dieser sieht eine Höchstgrenze von 100 Euro für Urheberrechtsabmahnungen dann vor, wenn es sich um “einfach gelagerte Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs” handelt. Zwar sei diese Regelung im konkreten Fall noch nicht gültig gewesen, aber bei Fällen wie dem verhandelten fallen gegenwärtig “insofern maximal 100 Euro an”. Damit dürfte der BGH das Geschäftsmodell der Abmahnanwälte aushebeln, die mit hohen Gebühren und Schadensersatzforderungen Kasse machen.
netzpolitik.org
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2. Mai 2010.
“China gilt oft als größte Versandnation für Spam – zu Unrecht, so eine neue Untersuchung, denn die meisten ungewünschten Werbemails stammen weiterhin von US-Servern. Ein weiteres Ergebnis: Statt auf Massenmails setzen immer mehr Versender auf aufwendige, täuschend echt wirkende Nachrichten.”
Golem.de
Quartalsbericht von Sophos (engl.)
Veröffentlicht am
30. März 2010.
“Internet-Überwacher lassen sich bei ihrer Arbeit nicht gern über die Schulter schauen. Für Technology Review gewährte ein Insider einen Blick hinter die Kulissen.
Die Überwachung der Internet-Kommunikation ist ein florierendes Geschäft, vor allem in autoritären Staaten. Wer entwickelt und implementiert solche Systeme, und wie funktionieren sie? Der IT-Berater Hermann Müller (Name von der Redaktion geändert) verrät, wie die Abhör-Industrie und ihre Auftraggeber ticken. Er verbrachte mehrere Monate im Mittleren Osten damit, ein Überwachungssystem zum Laufen zu bringen.”
Technology Review
Veröffentlicht am
25. März 2010.
“Der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx hat sich in einer Eingabe für die geplante “digitale Agenda” der EU-Kommission dafür eingesetzt, den Datenschutz von vornherein stärker in die Entwicklung neuer Kommunikations- und Informationstechniken einzubauen. Konkret nannte der oberste Hüter der Privatsphäre der EU-Bürger die Bereiche RFID-Chips, soziale Netzwerke und gezielte Werbung im Internet, bei denen der Ansatz “Privacy by Design” in den Vordergrund gestellt werden sollte.”
heise online
Veröffentlicht am
15. März 2010.
“Wie sinnvoll und effektiv ist ein Kopierschutz für digitale Medien? Im Gespräch bewertet der Jurist Julius Mittenzwei den Nutzen von Digital-Rights-Management-Systemen. Er ist Mitglied im Chaos Computer Club, der sich für grenzüberschreitende Informationsfreiheit einsetzt. [...]
Im Bereich von Musik ist Kopierschutz bereits so gut wie tot. Alle großen Anbieter haben mittlerweile auf Dateiformate ohne Kopierschutz umgestellt. Langfristig wird diese Entwicklung auch im Bereich von Filmen zu beobachten sein. Spannend wird sein, ob die Verlagsbranche aus den Fehlern der Musikindustrie lernt und mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen aufwartet, bevor sämtliche Marktanteile an Tauschbörsen verloren sind.”
Goethe-Institut
Veröffentlicht am
3. März 2010.
“Die Fluggesellschaft Virgin will auf iPhone-Anwender nicht verzichten. Deshalb hat sie nun alle Flash-Anwendungen von ihrer Internetseite verbannt.
“Ich möchte nicht auf eine Hardware- oder Software-Plattform zu Ungunsten einer anderen eingehen”, sagt Ravi Simhambhatla, CTO der Airline,im Interview mit The Register. Flash aber würde alle iPhone-Anwender aussperren.
Die Fluglinie hat sich auf ihrer neuen Internetseite für HTML5 entschieden, rund 70 Prozent der Einnahmen generiert das Unternehmen über den Online-Verkauf und bezeichnet deshalb die Webseite als Kronjuwel. [...]”
macnews.de
Veröffentlicht am
22. Februar 2010.

Auf der Suche nach Hacks und Exploits in Molekülen und Gensträngen
Biohacking ist noch eine recht neue Disziplin bei der alternativen Erforschung unserer Welt. Im Gespräch mit Tim Pritlove berichtet Lisa Thalheim von ihren Erkenntnissen und Aktivitäten in diesem Feld.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Chaosradio Express
Siehe auch:
Bio-Hacker organisieren sich weltweit
Veröffentlicht am
23. Oktober 2009.
“Eine stetig wachsende Schar von Bio-Enthusiasten erobert in der heimischen Küche ein Terrain, das bislang nur Biotech-Laboratorien vorbehalten war. [...]
Katherine „Kay“ Aull etwa hat sich per Online-Auktion für 90 Dollar eine so genannte PCR-Maschine besorgt, mit der sie zu Hause in ihrem Bostoner Apartment DNA-Proben vervielfältigen kann, um diese anschließend zu untersuchen. Ihr Ziel: Sie will am heimischen Küchentisch ins eigene Erbgut schauen – und herauszufinden, ob sie die Erbkrankheit Hämochromatose hat.
Aull gehört zu der Bostoner Gruppe der sogenannten „Do-it-yourself“-Biologen (DIY-bio), die zu Hause in improvisierten Labors experimentieren. Ähnlich wie man mit einem Chemiebaukasten auch in der heimischen Küche Substanzen verrühren und Messungen durchführen kann, arbeiten die Freizeitforscher mit biologischen Zutaten – wie Aull mit den eigenen Genen oder mit der DNA von Bakterien – und mit Gentechnik-Gerätschaften.
[...]
Die Hobby-Biologin Meredith Patterson beispielsweise hat Joghurt-Bakterien mit neuen Genen zu Biosensoren umfunktioniert, zu mikrobiologischen Spürhunden für das Gift Melamin, mit dem 2008 in China Babynahrungsmittel verseucht worden waren. Für ihr Heimexperiment hat die hauptberufliche Programmiererin aus San Francisco einen überall erhältlichen Ultraschall-Schmuckreiniger zweckentfremdet. Das Leuchtgen hatte sie bei einem Biotech-Versand bestellt und sich über den geeigneten Rezeptor in einer Online-Stoffwechsel-Datenbank informiert. Das Ergebnis ihres Versuchs konnte sich buchstäblich sehen lassen: Kamen ihre frisierten Bakterien mit dem Melamin in Kontakt, leuchteten die Mikroben grün auf.
[...]
Die Gründer der DIY-Bio-Gruppe, Jason Bobe und Mackenzie Cowell, sehen sich als Bio-Hacker, in Anlehnung an die Computer-Hacker der achtziger Jahre. Sie wollen das Biotech-Handwerk so weit vereinfachen, dass Menschen mit Wissen oder Interesse an Biotechnologie auch ohne Profilabor kreativ arbeiten können.”
heise online
Sie auch “Genbastler Allein zu Haus“.
Veröffentlicht am
7. Oktober 2009.
“In einem Lagergebäude in Boston, eingepfercht zwischen einem Trockendock für Kreuzfahrtschiffe und dem Hauptquartier der US-Bäckereikette “Au Bon Pain”, sitzt Ginkgo BioWorks, ein neues Biotech-Start-up, das die synthetische Biologie einfacher machen will als Brotbacken. Die Firma, die von fünf MIT-Wissenschaftlern gegründet wurde, bietet ihren Kunden eine ganz spezielle Dienstleistung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Sie baut auf Abruf biologische Teile zusammen, etwa Stränge spezifischer Gene, die dann in Industrie oder Forschung verwendet werden können.”
heise online
Veröffentlicht am
15. September 2009.
“Der Traffic-Management-Anbieter Ipoque hat Teile seiner Technik zur Deep-Packet-Inspection (DPI) als Open Source freigegeben. Mit der Technik laesst sich Netzwerkverkehr analysieren, um Schadsoftware zu entdecken und Angriffe zu verhindern.
Das OpenDPI genannte Projekt basiert auf der kommerziellen Protocol and Application Classification Engine (PACE). Dies ist eine Bibliothek, um Internetverkehr zu klassifizieren. Bei der Deep-Packet-Inspection werden die einzelnen Datenpakete im Netzwerkverkehr analysiert, um so unerwünschte oder gefährliche Inhalte auszuschließen.”
Golem.de
Veröffentlicht am
14. September 2009.
“Die Entstehung von Computernetzwerken gilt als US-Erfolgsgeschichte. Weitgehend unbekannt ist, dass viele wichtige Ideen der Netzwerktechnik aus Europa kommen. Teil eins der futurezone.ORF.at-Serie “Europa und das Netz”.
So mancher europäische Computerwissenschaftler blickte in den 1950er und 60er Jahren wehmütig in die USA. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) stand “Whirlwind”, eine eindrucksvolle Maschine mit damals neuartigem Bildschirm als Ausgabegerät, die von der U.S. Air Force als Flugsimulator genutzt wurde. In den 60er Jahren experimentierten die amerikanischen Kollegen bereits mit Timesharing-Systemen, die es erlaubten, viele Nutzer und Programme auf einem einzelnen Computer mit Rechenzeit zu bedienen.
Unter der Bezeichnung “Cloud Computing” erlebt das gemeinsame Arbeiten an vernetzten Rechnersystemen derzeit eine Renaissance. Der Unterschied zu Timesharing besteht im Wesentlichen darin, dass heute nicht mehr nur die Computerzeit, sondern auch Speicherplatz und Anwendungen verteilt genutzt werden.”
futurezone.ORF.at
Veröffentlicht am
17. August 2009.
Epics Technikchef will einfacher zu programmierende Grafik
Tim Sweeney, der Kopf hinter den Unreal-Engines, hat in einem Vortrag auf einer Fachkonferenz das Ende des bisherigen Grafikprozessors vorhergesagt. GPUs seien immer noch zu kompliziert zu programmieren. Reines
Software-Rendering mit Voxeln und Raytracing-Elementen sei die Zukunft.
Folien des Vortrags
Golem.de