Nationale Filterregeln und die globalen Datenströme

„Datenströme im Internet werden mehr und mehr durch nationalstaatliche Vorschriften beeinflusst, warnen Wissenschaftler der Universität New Mexico. Internet-Provider werden etwa verpflichtet, Vorkehrungen für staatliche Ausspähung zu treffen, bestimmte Sicherheitsprotokolle wie DNSSEC, aber auch bestimmte Filterregeln zu implementieren. Die Auswirkungen für Länder, die auf „notorische Zensoren“ wie China oder Großbritannien als Transitprovider angewiesen seien, könnten beträchtlich sein, warnen Josh Karlin und seine Kolleginnen von der University of New Mexico.

Den Wissenschaftlern ging es in ihrer soeben veröffentlichten Studie in erster Linie darum, exakt zu messen, wie groß im Routing die Abhängigkeit von einzelnen Ländern ist. Erwartungsgemäß läuft über die USA der meiste Datenverkehr, der dort laut herrschender Politik von Abhörmaßnahmen erfasst wird. Schweden, das die Autoren der Studie ebenfalls als abhörfreundliches Land ansehen, sieht dagegen viel weniger internationalen Transitverkehr. Es rangiert auf der Liste der „Durchgangsländer“ relativ weit hinten. Deutschland platzieren die Wissenschaftler an dritter Stelle bei seiner Rolle als Daten-Durchgangsland hinter den USA und Großbritannien.“

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„Allerdings gibt es unterschiedliche Einschätzungen von Experten zu den Effekten nationaler Filterregeln auf den Transitdatenverkehr. Solange nicht mit Deep Packet Inspection alle Pakete überprüft würden, rausche der Transitverkehr einfach durch, versicherte ein deutscher Routing-Experte gegenüber heise online. Filterlisten, wie von der Bundesregierung derzeit vorbereitet, träfen nur Zugangsprovider und damit lediglich deutsche Kunden. Je nach Implementierung von Filtern kann allerdings auch Transitverkehr betroffen sein, schreiben die US-Wissenschaftler in ihrer Studie. Sie verweisen dafür etwa auf ein Ausfiltern bestimmter IP-Adressen oder URLs. Große Provider müssten, um eine Beeinträchtigung von Kunden aus dem Ausland zu vermeiden, Access- und Transitverkehr in ihren Netzen sauber trennen.“

heise online


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