Selbstschutz im Internet

„Internetnutzer, so die gängige Meinung, kümmern sich nicht oder zu wenig um den Schutz ihrer persönlichen Daten. Glaubt man jedoch einer aktuellen Umfrage, scheint diese Vorstellung nicht (mehr) der Realität zu entsprechen.

Bei der Umfrage wurden 100.000 Internetnutzer nach ihren Gewohnheiten und Meinungen zum Thema Datenschutz befragt. Die meisten von ihnen scheinen sich der Bedeutung des Themas durchaus bewusst zu sein. So halten 79% der Befragten „einen Online-Shop nur dann für „sicher“, wenn der Datenschutz klar und deutlich gewährleistet ist.“ Die Hälfte aller Umfrage-Teilnehmer fürchtet gar, dass ihre Daten beim Online-Shopping missbraucht oder gestohlen werden könnten. Kein Wunder, denn dem Umgang der Unternehmen mit vertraulichen Daten traut man offenbar nicht über den Weg – lediglich jeder Zehnte glaubt, dass die Unternehmen „alle Datenschutzbestimmungen einhalten“, zwei von drei Befragten haben auch bereits einen Missbrauch persönlicher Daten zu Werbezwecken erlebt.

Ganz auf Nummer sicher geht rund ein Viertel der Befragten: So viele nämlich sind meistens unter Pseudonym im Netz unterwegs; jeder Fünfte macht erfundene Angaben, wenn er sich auf Websites registrieren muss. Vor allem will man sich so vor Datenmissbrauch und unerwünschter Werbung schützen. Auch der Wunsch Anonymität spielt dabei eine Rolle: Darum geht es rund der Hälfte derjenigen, die im Internet Pseudonyme oder andere erfundene Angaben verwenden.
Der Datenschützer und Jurist Patrick Breyer kommt angesichts dieser Umfrage zu dem Schluss, dass die meisten der Befragten das Prinzip der Datensparsamkeit durchaus verstanden hätten. Allerdings sei es auch nötig, dass die Nutzer den Selbstschutz groß schrieben, denn die Firmen würden Datenschutz-Grundsätze oft ignorieren und mit den Daten ihrer Kunden zu sorglos umgehen oder sich an diesen gar auf unethische Weise bereichern.

Als problematisch schätzt Breyer die Tatsache ein, dass demnächst der biometrische Personalausweis für die Authentifizierung im Internet eingesetzt werden soll. Dies würde die Verwendung eines Pseudonyms unmöglich machen.“

gulli

siehe auch daten-speicherung.de


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