Petition gegen Killerspiele erreichte in Rekordzeit die 50.000 Hürde

„Die Innenminister der Länder streben ein umfassendes „Herstellungs- und Verbreitungsverbot“ von sogenannten „Killerspielen“ an. Wie immer geht es den politischen Entscheidungsträgern weniger um einen gesellschaftlichen Diskurs, als vielmehr eine „zügige Umsetzung“ ihrer Pläne. Doch eine entsprechende Gegenpetition musste nicht lange auf sich warten, und genauso zügig (nach nur einer Woche) erreichte sie die 50.000er-Marke. Somit ist das Thema nun ein Thema für den Petitionsausschuss des Bundestages. Peter Schleußer schreibt in der Begründung seiner Petition unter anderem: „Mit Bedauern stelle ich fest, dass die Debatte von Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, gerade aus den Reihen der Politik. „Gewaltverherrlichende“ Medien hingegen sind aus gutem Grund verboten. Doch ein prinzipielles Herstellungs- und Vertriebsverbot von Filmen und Computerspielen für Erwachsene steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu Artikel 5 unseres Grundgesetzes.“

Das „Killerspiel“-Verbot wurde als Reaktion auf den tragischen Amoklauf von Winnenden von den Innenminstern initiiert. Die Petition fordert nun einer tiefgründige und differenzierte Auseinandersetzung mit den Themen, anstatt durch ein Verbot vordergründig etwas bewirken zu wollen. „Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr jeweiliges Alter freigegeben sind. In Deutschland gelten schon jetzt die europaweit strengsten Gesetze; Mitte 2008 wurde das Jugendschutzgesetz auf Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen noch einmal erweitert.“ So fordert er auch, dass der irreführende Begriff „Killerspiele“ aus der politischen und gesellschaftlichen Debatte verschwindet. Darüber hinaus müsste man das Vertrauen in bereits bestehende Kontrollmechanismen und den Jugendschutz stärken, beziehungsweise besser durchsetzen. Nicht zuletzt sollten auch Eltern, Pädagogen, sowie Ausbildungsangebote in der Spielebranche gezielt gefördert werden – anstatt diesen Themenkomplex einfach mit einem Verbot abzutun.

Die Zeichnungsfrist für die Petition ist der 19. August 2009, es ist also noch mehr als genug Zeit, der „Stimme des Volkes“ noch deutlich mehr Gewicht zu verleihen.“

gulli


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