Intelligente Stromnetze: Ich weiß, ob du gestern geduscht hast

„Mit der Frage, ob sich durch intelligente Stromnetze Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten von Menschen ziehen lassen und wie man dem begegnet, beschäftigt sich eine Studie von US-Datenschützern. Die US-Regierung hat die Einführung eines intelligenten Stromnetzes (Smart Grid) begonnen, um die Effizienz des bereits jetzt schon am Limit arbeitenden Stromnetzes zu erhöhen. Dazu melden etwa intelligente Stromzähler in den Haushalten (Advanced Metering Infrastructure [AMI] Smart Meter) stündlich oder öfter den aktuellen Verbrauch an den Stromversorger weiter, der daraufhin entweder die Erzeugung oder die Verteilung anpassen kann.

Aus den gesammelten Daten lässt sich aber laut Studie „SmartPrivacy for the Smart Grid: Embedding Privacy into the Design of Electricity Conservation“ (PDF) erheblich mehr ableiten. Denkbar wäre anhand des für bestimmte Geräte typischen Stromverbrauchs zu bestimmten Zeitpunkten etwa zu erfahren, ob ein Kunde zum Zubereiten des Mittagessens eher die Mikrowelle, den Herd oder den Ofen benutzt. Auch das Ausbleiben des Verbrauchs erlaubt Rückschlüsse auf das Verhalten, beispielsweise ob es ein Frühstück gibt oder die Dusche benutzt wurde, schreiben die Datenschützer in ihrer Studie. Darüber hinaus ließe sich das Freizeitverhalten zu Hause ermitteln: Wann wird der Fernseher oder der Computer eingeschaltet, wann wird Licht ein- und ausgeschaltet, wann geht der Hausbewohner ins Bett, wie oft wäscht die Waschmaschine und so weiter. […]“

heise online


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