Monatsarchiv für Januar 2010

Ixquick: Der Proxy zur Suchmaschine

„Die Suchmaschine Ixquick ist dafür bekannt, dass sie keine IP-Adressen und auch sonst keine personenbezogenen Daten ihrer Benutzer speichert, und man seine Suchanfragen auch SSL-verschlüsselt durchführen kann. Für Datenschutz-Interessierte ist sie daher eine Alternative zu bekannteren, aber ungleich weniger datensparsam agierenden Konkurrenten wie Bing oder Google. Auf dieser Glaubwürdigkeit wollen die Betreiber der „privatesten Suchmaschine der Welt“, wie sie ihr „Baby“ selbst bezeichnen, nun aufbauen. Sie gaben heute bekannt, dass ab sofort ein neuer und absolut sicherer Proxyservice zur Verfügung steht. Dieser ermöglicht den Nutzern privates Surfen im Web. […] Der neue Service ist absolut kostenfrei und die Nutzung ist sehr einfach. Der Dienst ist direkt mit den Suchergebnissen von Ixquick verknüpft. Unter jedem Suchergebnis findet man eine Option um einen Proxy Dienst vorzuschalten. Wird diese Funktion aktiviert, dann öffnet sich die angewählte Seite in einem neuen Fenster und Ixquick verhindert jegliche Weitergabe von Daten oder Verhalten der BenutzerInnen. Ixquick selbst speichert solche Daten, wie man betont, nicht.“

gulli:news

Video-Zusammenfassung Datenschutz-Dialog

Von der ersten Dialogveranstaltung der Reihe “Perspektiven deutscher Netzpolitik” gibt es jetzt eine 30 Minuten lange Zusammenfassung auf Video:

netzpolitik.org

Zahl der behördlichen Kontenabfragen erneut deutlich gestiegen

„Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat im Jahr 2009 auf Ersuchen von Finanzämtern und Sozialbehörden insgesamt 43.066 Kontostammdaten abgerufen. Das sind fast 10.000 Abfragen oder 28 Prozent mehr als noch im Vorjahr, meldet die Neue Osnabrücker Zeitung. Im Vergleich zu 2005, als das Kontenabrufverfahren eingeführt wurde, habe sich die Zahl der Datenzugriffe sogar verfünffacht. Bereits im August zeichnete sich eine deutlich steigende Tendenz für das vergangene Jahr ab. Damals war bekannt geworden, dass das BZSt allein im ersten Halbjahr 17.626 Kontenabrufe durchgeführt hatte.

Weiterhin steigendes Interesse an den Kontenübersichten haben vor allem die Sozialbehörden. Bearbeitete das Bundeszentralamt 2008 noch 2109 Anfragen aus diesem Bereich, waren es dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr bereits 5775. Das entspricht einem Zuwachs von 173 Prozent. Neben Finanzämtern sind zudem Arbeitsämter vorne in der Statistik mit dabei. Der Zugriff auf den Datenpool wird vom BZSt gesteuert. […] Voraussetzung für eine Abfrage ist ein konkreter Verdacht. Erhärtet sich dieser, kann von Banken die Offenlegung von Guthaben und Kontobewegungen beansprucht werden. Für separat erfolgende Abfragen von Strafverfolgungsbehörden ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig. Diese werden in einer getrennten Statistik erfasst. […]“

heise online

Unterstützt die Petition gegen die ELENA-Datenberge!

„Im Rahmen des ELENA-Verfahrens sind alle Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, umfangreiche Informationen, insbesondere krankheitsbedingte Fehlzeiten, Abmahnungen, Kündigungsgründe, Elternzeit sowie die Teilnahme an Streiks, aller angestellten Mitarbeiter an eine „Zentrale Speicherstelle“ (ZSS) zu übermitteln. Aus dieser Zentralstelle werden etwa bei Beantragung von Sozialleistungen Informationen abgerufen. Da aber nur ein kleiner Teil aller Arbeitnehmer im Laufe eine Jahres Sozialleistungen beantragt, entsteht hier erneut eine teure, anlaßlose und zudem gigantische Datensammlung auf Vorrat.

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China beginnt mit SMS-Überwachung

„Die beiden größten Mobilfunkanbieter Chinas haben begonnen, die Kurznachrichten ihrer Kunden zu überwachen und Accounts zu sperren, von denen SMS mit beanstandeten Inhalten versendet wurden. Das berichtet Telegraph.co.uk.

China Mobile gab gegenüber den Shanghaier Global Times an, damit auf Forderungen der Polizei zu reagieren, “illegale” SMS zu melden. Das betrifft Nachrichten die Inhalte wie Pornographie, Gewalt, Betrug, Hinweise auf Terrorismus, Anstiftung von Verbrechen und Glücksspiel enthalten. Laut dem Unternehmen führt schon eine einzelne Nachricht, die gegen diese Filter verstößt, zur Sperrung des betreffenden Mobiltelefons.

In theory, whenever a yellow SMS is sent out, it would be detected by the system and the mobile number’s SMS function would be suspended.

Die Southern Metropolis Daily berichtet über den Fall eines Mannes auf Dongguan, dessen Handy gesperrt wurde. Mitbarbeiter von China Mobile informierten ihn, dass “unzüchtige” Wörter in seinen Nachrichten entdeckt worden seien und er mit seinem Ausweis bei der örtlichen Polizeistation erscheinen müsse, um das Mobiltelefon zu reaktivieren. Zudem musste der Mann dem Bericht zufolge unterschreiben, dass er in Zukunft keine “unpassenden Nachrichten” mehr verbreiten werde.

Zugrunde liegt der Zensurmaßnahme eine Liste unerwünschter Inhalte des China Internet Illegal Information Reporting Center, die Global Voices Advocacy übersetzt hat. Insbesondere gegen pornographische Inhalte sind chinesische Behörden in der letzten Zeit massiv vorgegangen. Die aktuelle Kampagne, zu der auch diese Zensur von SMS-Nachrichten gezählt werden kann, soll sich noch bis Ende des Jahres hinziehen.“

netzpolitik.org