Monatsarchiv für Februar 2010

EU will Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung neu prüfen

„Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur umstrittenen Vorratsdatenspeicherung am kommenden Dienstag habe die neue EU-Justizkommissarin Viviane Reding angekündigt, die zugrunde liegende EU-Richtlinie grundlegend zu überprüfen, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Sie werde sich für das „richtige Gleichgewicht“ zwischen der Terrorismusbekämpfung und der Achtung der Privatsphäre einsetzen und die Richtlinie „noch in diesem Jahr auf den Prüfstand stellen“, so die neue Vizepräsidentin der EU-Kommission.“

heise online

Cryptome wegen MS-Spionagehandbuch vom Netz

„Die Whistleblowing-Website Cryptome wurde offenbar vom Netz genommen. Grund ist die Veröffentlichung eines Überwachungs-Handbuchs von Microsoft – der Software-Gigant behauptet, aus Copyright-Gründen zu handeln.

Cryptome veröffentlicht regelmäßig vertrauliche Firmen- und Regierungsdokumente. Im konkreten Fall geht es um Microsofts „Global Criminal Compliance Handbook“. In diesem werden, wie die Website Geekosystem schreibt, die von Microsoft für Regierungen durchgeführten Überwachungsmaßnahmen detailliert beschrieben.

Microsoft übte sofort Druck auf Cryptome aus, das sensible Dokument zu enfernen. Dabei berief man sich nicht etwa – wie sonst häufig in solchen Fällen – auf die nationale Sicherheit oder ähnliche Konstruktionen. Statt dessen versucht der Software-Gigant geltend zu machen, dass es sich bei dem Werk um ein urheberrechtlich geschütztes Dokument handle. Unter Berufung auf den Digital Millenium Copyright Act (DMCA) drohte man an, die Cryptome-Website am 25. Februar zu schließen, sollte das Dokument nicht entfernt werden.

Soweit die Vorgeschichte. Am heutigen Mittwoch dann spitzte sich die Situation zu. Offenbar wartete Microsoft noch nicht einmal das Ende der Frist ab, sondern wurde bereits einen Tag früher tätig. Bereits am frühen Abend mitteleuropäischer Zeit am heutigen 24. Februar ging Cryptome.org vom Netz. Wenig später folgte die Bestätigung: die Seite wurde in der Tat aufgrund des Microsoft-„Spionagehandbuchs“ vom Netz genommen. Zudem wurde offenbar auch die Domain der Seite beschlagnahmt; ein WHOIS-Lookup ergibt das folgende Bild:

Domain ID:D7496146-LROR
Domain Name:CRYPTOME.ORG
Created On:25-Jun-1999 14:58:29 UTC
Last Updated On:24-Feb-2010 18:47:18 UTC
Expiration Date:25-Jun-2011 14:58:29 UTC
Sponsoring Registrar:Network Solutions LLC (R63-LROR)
Status:CLIENT DELETE PROHIBITED
Status:CLIENT HOLD
Status:CLIENT TRANSFER PROHIBITED
Status:CLIENT UPDATE PROHIBITED

Wie es weitergeht, ist noch unklar. Die Cryptome-Verantwortlichen hatten nach Angaben von Geekosystem vorab angekündigt, im Falle einer Sperrung ihrer Website „an anderer Stelle weiterzumachen“. Schützenhilfe erhalten die Aktivisten von der bekannten Whistleblowing-Website Wikileaks. Wikileaks kündigte an, Cryptome notfalls auf den eigenen, quer über den Globus verteilten und vielfältig abgesicherten Servern zu hosten. Zudem lud man kurzerhand eine Kopie des beanstandeten Dokuments auf die eigenen Server – wer sich also für die Überwachungstechnologie Microsofts interessiert, kann sich nach wie vor im Netz informieren.

Cryptome ist momentan unter der Ausweich-Domain http://cryptomeorg.siteprotect.net zu erreichen. Dort gibt es aktuelle Leaks sowie einen Mail-Wechsel zum Takedown. Einige andere Dokumente werden derzeit noch transferiert.“

Edit:

Cryptome ist mittlerweile wieder unter der normalen Domain erreichbar. Nach Angaben des IT-Newsportals The Register handelt es sich dabei um ein Einlenken durch Microsoft. Angeblich bat Microsoft Cryptomes Provider, Network Solutions, um die Wiederherstellung der Website. Man bestehe auch nicht mehr auf der Löschung des beanstandeten Dokuments.

gulli:news

Schweizer Petition gegen Verbot von „Killerspielen

„Am 18. März 2010 entscheidet der Schweizer Ständerat über zwei Gesetzesinitiativen, von denen eine ein vollständiges Verbot sogenannter Killerspiele vorsieht. Piratenpartei und Spielerverbände haben eine Petition gestartet – bislang mit mäßigem Erfolg.

[…]

Gegen das vollständige Verbot der Programme wendet sich eine Allianz aus Piratenpartei und Jungsozialisten (Juso) sowie Spieleverbänden der Schweiz mit einer Onlinepetition.“

Golem.de

FTC findet personenbezogene Daten in P2P-Börsen

„Offensichtlich über falsch konfigurierte Peer-to-Peer-Software sind Daten von knapp 100 US-Unternehmen, Schulen und Behörden in Tauschbörsen gelangt. Die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission warnt, die personenbezogenen Daten könnten für Identitätsdiebstahl genutzt werden.

Datenleck in den USA: In Peer-to-Peer-Tauschbörsen (P2P) sind Daten über Kunden und Angestellte von knapp hundert Organisationen aufgetaucht. Darunter sind auch vertrauliche Daten. Die US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat die Betroffenen informiert.

[…]

Die FTC geht davon aus, dass nicht Eindringlinge die Daten gestohlen haben, sondern dass sie den Nutzern der P2P-Börsen versehentlich zugänglich gemacht wurden.

[…]

Betroffen waren laut FTC unterschiedliche Organisationen: Lokalbehörden und Schulen ebenso wie Kleinunternehmen mit einer Handvoll Mitarbeitern und Großunternehmen.“

Golem.de

Skype stürzt beim Versenden von SMS-Nachrichten ab

Mit der aktuellen Skype-Version (2.8.0.722) für Macintosh wurde die Funktionalität beim Senden von SMS-Nachrichten verändert. Was dazu führt das Skype beim Versand von SMS-Nachrichten abstürzt sofern die hinterlegte Mobilfunknummer nicht bestätigt wurde.

Ein Blick in die Einstellungen und eine Validierung der Mobilfunknummer löst das Problem.