Monatsarchiv für Oktober 2010

US-Bürgerrechtler rüsten sich für neuen „Krypto-Krieg“

„Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat nach eigenen Angaben drei dem US-Justizministerium untergeordnete Behörden auf Herausgabe von Dokumenten verklagt, mit denen eine angebliche Notwendigkeit verstärkter Internet-Überwachungsmaßnahmen begründet wird. Die Spitze des FBI habe öffentlich gefordert, dass der Einbau von Hintertüren in elektronische Kommunikationssysteme nötig sei, um den Erfolg von Abhörmöglichkeiten aufrechtzuerhalten, begründet die US-Bürgerrechtsorganisation ihren Vorstoß. Die Polizeibehörde solle daher nun die behauptete Schutzlücke belegen. Auch von der Drogenbekämpfungsbehörde Drug Enforcement Administration und der Strafrechtsabeilung des Justizressorts verlangt die EFF auf Grundlage des US-Informationsfreiheitsgesetzes (Freedom of Information Act) Erläuterungen, inwiefern deren Mitarbeiter auf Hindernisse bei der Durchführung von Überwachungsmaßnahmen im Bereich der Online-Kommunikation gestoßen seien. […]“

heise

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heise setzt sich gegen Musikindustrie durch

heise hat sich nach eigenen Angaben im Rechtsstreit mit der Musikindustrie um die Verlinkung von Internet-Texten vor dem Bundesgerichtshof durchgesetzt.

Der Rechtsstreit wurde durch einen Bericht des Portals über Kopierschutzmaßnahmen ausgelöst. Leser des Artikels konnten über einen Link zur Webseite eines Softwareherstellers gelangen.

Die Musikindustrie hatte argumentiert, dass es dem Verlag bei der Link-Setzung nicht um die Vermittlung von Wissen gegangen sei, sondern darum, dem Leser den Zugang zu rechtswidrigen Inhalten zu erleichtern. Der Verlag hielt dagegen, dass die Verlinkung im Netz zum journalistischen Handwerk gehöre.

„Das ist ein klares Signal für die Pressefreiheit“, kommentierte Christian Persson, Chefredakteur von „heise online“, am Freitag die Entscheidung. „Hyperlinks sind essenzieller Bestandteil von Texten im WWW und ihr eigentlicher Mehrwert gegenüber Artikeln in Zeitschriften“.

sueddeutsche.de

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Easycash verkauft Bewegungsprofile von EC-Kartenkunden

„Der EC-Kartendienstleister Easycash nutzt die ihm anvertrauten personenbezogenen Daten von Millionen Kunden, die in Geschäften bargeldlos zahlen, offenbar zur eigenen Gewinnmaximierung. Wie der Radiosender NDR Info berichtet, bietet das Tochterunternehmen Easycash Loyalty Solutions Pakete mit Datensätzen von EC-Kartenkunden an, die bis auf „eindeutige Kontoverbindungen pro Straße“ heruntergebrochen sind. Für 5000 Euro pro Tausender-Paket sollen auch „Bewegungsprofile“ von Kunden sowie Informationen über die „Kundenqualität“ und den „Ausschöpfungsgrad“ der Kunden erhältlich sein. Insgesamt soll es mindestens zehn verschiedene Auswertungsformen geben.“ […]

heise

Telekom-Spitzelaffäre: Verfahren gegen zwei Angeklagte eingestellt

„Im Prozess um die Telekom-Spitzelaffäre hat das Gericht das Verfahren gegen zwei der drei Angeklagten vorläufig eingestellt. […] Das Verfahren gegen den unter anderem wegen Verstößen gegen das Datenschutzgesetz angeklagten Ex-Abteilungsleiter für Konzernsicherheit wird weitergeführt. Der als Hauptangeklagter geltende Klaus T. hatte schon am ersten Prozesstag die alleinige Verantwortung für das Ausspionieren übernommen.

In den Jahren 2005 und 2006 waren von der Telekom rund 60 Personen über ihre Telefondaten ausspioniert worden, darunter Journalisten, Aufsichtsräte und namhafte Gewerkschafter.“ […]

heise online

Einwohnermeldeämter verkaufen an Datenhändler

„Die Einwohnermeldeämter verkaufen Privatadressen auch an Datenhändler. Das berichtet das ZDF-Wirtschaftsmagazin Wiso unter Berufung auf die Behörde.  „Es kommt schon vor, dass mit einer Anfrage 1.000 Adressen vermittelt werden“,  sagte Klaudia Zurth, Abteilungsleiterin im Bürgeramt Berlin, zu Wiso. […]

Der Eintrag in das amtliche öffentliche Verzeichnis unterliegt in Deutschland der Meldepflicht und beinhaltet  Namen, Staatsangehörigkeit, Religionsgemeinschaft, gegenwärtige und frühere Adresse, Familienstand und Kinder.  […]

Bundesdatenschützer Peter Schaar hat gegenüber Wiso den Handel mit Bürgerdaten kritisiert:  „Im Internetzeitalter hat das eine neue Qualität gewonnen. Diese Daten werden verwendet, um Profile zu aktualisieren,  um den Adresshandel gegebenenfalls noch effizienter und noch ertragreicher zu gestalten.“ Das Bundesinnenministerium kündigte gegenüber Wiso an, zu prüfen, ob Melderegisterauskünfte „neu austariert werden müssen“. […]

Im Juni 2008 waren bereits durch ein Datenleck beim Behördensoftwarehersteller HSH Daten der Einwohnermeldeämter in 200 Kommunen über das Internet frei zugänglich. […]“

Golem.de

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