Bruce Schneier über WikiLeaks

„Ich habe nicht viel zu WikiLeaks zu sagen, möchte mich aber zu ein paar Punkten äußern.

1. Verschlüsselung ist hier nicht das Thema. Natürlich wurden die Kabel für die Übermittlung verschlüsselt. Dann wurden wurden sie empfangen und entschlüsselt, und — so scheint es — in einem Archiv im SIPRNet abgelegt, wo viele Menschen Zugang zu ihnen in unverschlüsselter Form hatten.

2. Geheimnisse sind nur so sicher wie die am wenigsten vertrauenswürdige Person die sie kennt. Je mehr Leute ein Geheimnis kennen, desto wahrscheinlicher ist es, daß es öffentlich wird.

3. Ich bin nicht überrascht, daß die Kabel für so viele Menschen verfügbar waren. Wir wissen, Zugrifssbeschränkungen sind schwer, und es ist unmöglich, vorher zu wissen, welche Menschen welche Informationen benötigen um ihre Aufgaben zu erledigen. Was mich überrascht, ist, daß es keine Zugriffsprotokolle gibt, wer auf die Kabel zugegriffen hat.

4. Dies hat wenig mit WikiLeaks zu tun. WikiLeaks ist nur eine Webseite. Die eigentliche Geschichte ist, daß die am „wenigsten vertrauenswürdige“ Person, entschieden hat, seine Sicherheitsfreigabe zu verletzen und die Kabel zu veröffentlichen. In den 70ern, hätte er sie an eine Zeitung geschickt. Heute, benutzte er WikiLeaks. Morgen, wird er die Möglichkeit haben aus vielen ähnlichen Webseiten zu wählen. Wenn WikiLeaks nicht existieren würde, dann hätte er sie auch über BitTorrent verfügbar machen können.

5. Ich denke die Regierung lernt gerade was die Musik- und Filmindustrie vor Jahren gezwungen war zu lernen: es ist einfach digitale Dateien zu kopieren und zu verbreiten. Daß stellt den Unterschied zwischen den 70ern und heute dar. Viele Dokumente zu sammeln und zu veröffentlichen war schwer in der Era der Kopiergeräte; ist aber trivial im Internetzeitalter. Und genauso wie die Musik- und Filmindustrie ihr Geschäftsmodell ändern mussten, so haben die Regierungen ihre Geheimhaltungsmechanismen zu ändern. Ich weiss nicht wie diese neuen Mechanismen sein werden, aber sie werden anders sein.“

Schneier on Security: Wikileaks


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