Bayerntrojaner Reloaded

Bereits in der Vergangenheit hat Rechtsanwalt Udo Vetter, im law blog, über die fragwürdigen Ermittlungsmethoden des LKA Bayern, im Zusammenhang mit der sogenannten Online-Durchsuchung, berichtet.

Im vorliegenden Fall wurde auf dem Computer eines Kaufmanns ein Trojaner installiert, der dessen Online-Aktivitäten durchgehend überwachte.

Das Landgericht Landshut erklärte die Massnahme teilweise für rechtswidrig, die Frage wie der Trojaner auf den Computer des Beschuldigten gelangte, blieb aber ungeklärt.

Wie Spiegel Online berichtet, wurde der Betroffene am Münchener Flughafen gezielt vom Zoll abgepasst und ein Zollbeamter installierte, unbemerkt, im Rahmen der routinemässigen Sprengstoffkontrolle, den Trojaner für die Polizei.

Da der Verdächtige nicht zum Personenkreis des internationalen Terrorismus oder organisierten Kriminalität gehören soll, ist wohl davon auszugehen, dass der Einsatz von Trojanern mittlerweile zum Standardrepertoire des bayerischen LKA gehört.

PS: Laut law blog liegt bis heute nicht einmal eine Anklage vor.

Zoll jubelt Ahnungslosem Spionagesoftware unter (law blog)
LKA Bayern steuert Computer fern (law blog)
Beschluss des LG Landshut (ijure.org)
Fahnder: Massiver Eingriff (Spiegel Online)


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